Warntag 2026 TitelbildKI bearbeitet
Am 10. September 2026 schrillen die Smartphones wieder los.

Bundesweiter Warntag am 10. September 2026

Schön, dass du wieder online bist.

Am Donnerstag, dem 10. September 2026, ist es wieder so weit. Um 11 Uhr wirst du vermutlich einen lauten Alarmton auf deinem Smartphone hören, vielleicht heult in deiner NĂ€he sogar eine Sirene. Keine Sorge, es passiert nichts Schlimmes. Es ist der sechste Bundesweite Warntag1, ein gemeinsamer Test von Bund, LĂ€ndern und Kommunen, bei dem die Warnsysteme in Deutschland auf Herz und Nieren geprĂŒft werden. Die Teilnahme ist fĂŒr Kommunen freiwillig, deshalb kann es sein, dass bei dir eine Sirene lĂ€uft und beim Nachbarort nicht.

Warum es den Warntag ĂŒberhaupt gibt

Der erste Anlauf im Jahr 2020 lief ziemlich schief. Die Probewarnung kam bei vielen Menschen erst mit einer halben Stunde VerspĂ€tung an, bei manchen gar nicht, weil das zentrale Warnsystem MoWaS2 durch zu viele gleichzeitig ausgelöste Meldungen ĂŒberlastet war. Das Bundesinnenministerium erklĂ€rte den Tag damals offen fĂŒr gescheitert. Statt einfach weiterzumachen, wurde der Warntag 2021 ausgesetzt, um die Technik grĂŒndlich zu ĂŒberarbeiten. 2022 kam dann Cell Broadcast3 als neuer Warnkanal hinzu. Seitdem wurde immer weiter nachgebessert, und der Warntag ist zu einem festen, inzwischen recht zuverlĂ€ssigen Termin im Bevölkerungsschutz geworden.

So lÀuft der 10. September ab

Um 11 Uhr löst das Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK, ĂŒber MoWaS eine Testwarnung aus. Von dort wandert die Meldung an alle angeschlossenen KanĂ€le weiter. Radio und Fernsehen unterbrechen kurz ihr Programm, digitale Anzeigetafeln schalten um, die Warn-Apps NINA, KATWARN und BIWAPP schlagen Alarm, und dein Handy bekommt die Nachricht zusĂ€tzlich per Cell Broadcast, ganz ohne App und ohne Internetverbindung. Viele Kommunen nutzen den Tag außerdem, um eigene Sirenen oder Lautsprecherwagen zu testen. Gegen 11:45 Uhr wird auf denselben Wegen wieder entwarnt.

Neu in diesem Jahr
Seit dem 25. November 2025 kann das BBK Entwarnungen erstmals auch per Cell Broadcast verschicken. Beim Warntag 2026 kommt diese Funktion zum ersten Mal bundesweit zum Einsatz.


Was du auf deinem Smartphone wissen solltest

Die Cell-Broadcast-Warnung erreicht dich unabhĂ€ngig davon, ob dein Handy auf lautlos steht oder der Bitte-nicht-stören-Modus aktiv ist, sie kommt sogar bei gesperrtem Bildschirm durch. Bei ausgeschaltetem GerĂ€t oder im Flugmodus funktioniert der Empfang allerdings nicht. Technisch braucht dein Smartphone dafĂŒr mindestens Android 11 oder iOS 16.1.

Eine kleine Besonderheit gibt es bei der neuen Entwarnungsfunktion. Sie lÀuft automatisch in der niedrigsten Warnstufe4, damit sie nicht so laut und aufdringlich ist wie die eigentliche Warnung. Das bedeutet aber auch: Wenn du diese niedrige Stufe auf deinem Handy deaktiviert hast, bekommst du zwar die Warnung, aber womöglich nicht die Entwarnung mit. Ein kurzer Blick in die Einstellungen lohnt sich also.

Cell Broadcast aktivieren und prĂŒfen

Öffne die Einstellungen und gehe zu Mitteilungen. Scrolle ganz nach unten zum Bereich Cell-Broadcast-Warnungen (verfĂŒgbar ab iOS 16.1). Achte darauf, dass sowohl die extremen Warnungen als auch die Gefahreninformationen aktiviert sind, damit dich im Ernstfall alle wichtigen Notfallmeldungen erreichen.
Öffne die Einstellungen deines Android-Smartphones. Da sich die MenĂŒs je nach Hersteller (z. B. Samsung, Google, Xiaomi) stark unterscheiden, nutze am besten die Suchfunktion ganz oben in den Einstellungen und gib den Begriff „Cell Broadcast“ bzw. „Notfallwarnungen“ ein. Alternativ findest du die Option bei Samsung unter Sicherheit und Notfall oder bei anderen Herstellern direkt in den Tönen- oder Benachrichtigungseinstellungen. Stelle sicher, dass die Schalter fĂŒr Extreme Gefahren und Gefahreninformationen aktiviert sind.


Kurzer Funfact zum Schluss

Der Warntag fÀllt jedes Jahr auf den zweiten Donnerstag im September, in diesem Jahr eben auf den 10. Das ist derselbe Kalendertag, an dem 2020 auch der allererste bundesweite Warntag stattfand, damals allerdings mit einem deutlich holprigeren Ausgang als heute.


  1. Bundesweiter Warntag: gemeinsamer Aktionstag von Bund, LÀndern und Kommunen, findet in der Regel jÀhrlich am zweiten Donnerstag im September statt
  2. MoWaS: Modulares Warnsystem des Bundes, die zentrale Technik, mit der Bund und LÀnder Warnmeldungen auslösen und an Apps, Sender und Cell Broadcast weitergeben
  3. Cell Broadcast: ein Mobilfunkdienst, der Textnachrichten an alle kompatiblen Handys in einer Funkzelle schickt, ganz ohne App, Anmeldung oder gespeicherte Telefonnummer
  4. Warnstufe: in Deutschland gibt es drei Warnstufen, Stufe 3, die Gefahreninformation, ist die niedrigste und am wenigsten aufdringliche


Faktencheck und Quellnachweise
AbschnittQuelle
Termin, Ablauf und Ziele des Warntags 2026BBK, Bundesweiter Warntag
Pressemitteilung zum sechsten WarntagBBK, Pressemitteilung 10.09.2026
Neue Cell-Broadcast-Entwarnung und WarnstufenBBK, Cell Broadcast Entwarnung
Freischaltung der Entwarnungsfunktion (25.11.2025)BBK, Pressemitteilung Cell Broadcast
Systemvoraussetzungen Android/iOSteltarif.de, Warntag 2026
Erster Warntag 2020, Panne und FolgenWikipedia, Warnung der Bevölkerung
Einordnung 2020 bis 2026, Cell Broadcast seit 2022Rheinische AnzeigenblÀtter, Bergheim



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Über den Autor
Sven Owsianowski aka Wattblicker
Sven Owsianowski aka Wattblicker
Softwareentwickler, Autor & Dozent (Informatik)
Seit fast 30 Jahren baue ich Software, die aus echten Alltagsproblemen klare Lösungen macht – angefangen bei Bobaro, weiter ĂŒber den QR‑Code Creator bis hin zu ICE Notfallinfo. Ich mag Technik, die verstĂ€ndlich bleibt, sicher funktioniert und Menschen wirklich hilft. Besonders ziehen mich KI, IT‑Sicherheit und digitale Werkzeuge an, die nicht nur clever sind, sondern nĂŒtzlich. Auf wattblicker.de schreibe ich ĂŒber Technik, die Freude macht statt Kopfzerbrechen.